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Windows in Virtual Machine migrieren

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Umsetzung mittels Clonezilla und Virtualbox

Virtuelle Maschinen haben viele Vorteile. Sie sind schnell aufgesetzt, können mithilfe von Snapshots auf einen älteren Stand zurück gesetzt werden, und sind zusätzlich auch platzsparend. Nicht selten möchte man an seinem Host System etwas ausprobieren, wobei man jederzeit wieder den Ursprungszustand wiederherstellen können möchte. Eine Möglichkeit dafür ist es, das Host System in eine VM zu kopieren und dort "rumzuspielen". Vielleicht möchte man aber einfach auch nur auf Linux umsteigen und seine Windows Installation trotzdem noch gleichzeitig nutzen können.

In diesem Artikel werde ich einen Windows Host in eine unter Ubuntu 15.10 laufende VirtualBox VM migrieren. Die Anleitung funktioniert prinzipiell aber auch für beliebige andere Host und Gast Betriebssysteme.

Dieser Artikel richtet sich an fortgeschrittene Nutzer, welche bereits Erfahrung mit Virtualisierung und Disk Images haben.

Vorbereitungen

  1. aktuelle Version von Clonezilla, z.B. als ISO
  2. VirtualBox
  3. USB Festplatte oder Netzlaufwerk zum Speichern des Festplatten Images
  4. genug Zeit, damit nicht in Eile irreparable Fehler passieren

Es bietet sich an, Clonezilla als PXE boot im Netzwerk zur Verfügung zu stellen, da dann sowohl der Host, als auch der Gast einfach per PXE gebootet werden kann. Ein USB Stick / CD tut es aber genauso.

Host Klonen

Zunächst wird der Host (Windows) heruntergefahren. Jetzt wird als nächstes Clonezilla gebootet. Dafür den USB Stick einstecken oder den PXE Server vorbereiten. Jetzt den Rechner starten, das Bootmenü Aufrufen (meist F12) und dort entweder PXE oder CD / USB auswählen, je nachdem welches Medium gewählt wurde.

Clonezilla führt nun durch ein Menü, in dem das gewünschte Ziel und die zu klonende Festplatte ausgewählt werden kann. Hier die entsprechenden Einstellungen vornehmen und den klon Prozess starten. Am einfachsten ist es die gesamte Festplatte zu klonen. Alternativ kann aber auch nur die Windows C Partition geklont werden. Danach herunterfahren.

 

VM Aufsetzen

Nun wird in Virtualbox eine neue VM erstellt. Betriebssystem ist die entsprechende Windows version. Wichtig ist, genug RAM zur Verfügung zu stellen. Empfehlenswert sind mindestens 2048MB. Als Festplatte wird eine Virtuelle Festplatte erstellt, am besten dynamisch alloziert, da damit Speicherplatz gespart wird. Allerdings wird dieser Vorteil mit einem gewissen Performance verlust "erkauft". Die maximale Größe der Festplatte muss mindestens so groß gewählt werden, wie die ursprüngliche Partition / Platte von der geklont wurde war. Als Bootoption wird entweder PXE oder DVD gewählt. Bei DVD wird in das Virtuelle CD Laufwerk die ISO Datei von Clonezilla gelegt.

Ist die VM fertig konfiguriert, kann sie gestartet und Clonezilla geladen werden. In Clonezilla wird die gleiche Prozedur wie oben wiederholt, nur dass jetzt das Image wiederhergestellt wird. Hierbei ist es extrem wichtig, genau zu prüfen was Quell und was Ziellaufwerk ist. Als Ziellaufwerk wird die virtuelle Festplatte ausgewählt. Diese sollte auch das einzige auswählbare Device sein. Wiederherstellung starten.

Bootloader reparieren

Unter Umständen überlebt der Windows Bootloader die Wiederherstellung nicht korrekt. Das kann einfach getestet werden, indem die Virtuelle Maschine gestartet wird (vorher die Bootreihenfolge wieder ändern). Sollte Windows nicht korrekt booten, die Windows Installations-CD einlegen und dort die entsprechenden Reparaturen durchführen. Ein guter Artikel hierzu ist dieser. Haben alle Reparaturen korrekt funktioniert, müsste Windows normal starten.

VirtualBox Guest Additions installieren

Als letzten Schritt sollten nur noch die VBox Guest Additions installiert werden, damit eine gemeinsame Zwischenablage, Drag & Drop und die automatische Anpassung der Bildschirmauflösung funktioniert. Dazu die VM starten und im Menü Geräte > Gasterweiterung einlegen auswählen. In Windows erscheinen diese als CD. Dort allen Installationsschritten folgen. Nach einem Reboot sollte dann auch die automatische Anpassung der Auflösung korrekt funktionieren. Die CD kann nach erfolgreicher Installation auch wieder aus dem Laufwerk entfernt werden.

Windows muss unter Umständen nach der Migration neu aktiviert werden, da sich die Hardware zu stark geändert hat.

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